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+++ Lesen Sie Interessantes über die 750-jährige Geschichte von Rathen +++

Die 750-jährige Geschichte von Rathen

Das Gebiet der Sächsischen Schweiz mit seiner stark zerklüfteten Felsenlandschaft war viele Jahrhunderte für die Menschen unwirtschaftlich und siedlungsfeindlich. Die germanischen Stämme zogen deshalb während der Völkerwanderung nordwärts aus unserer Gegend ab.
Im 6. Jahrhundert nach Christus wanderten slawische Stämme in das Umland des Elbsandsteingebirges ein. Aus dieser Zeit stammen viele Namen slawischen Ursprungs, die sich teilweise bis heute erhalten haben.
Im 8. und 9. Jahrhundert unternahmen thüringische und fränkische Ritter Erkundungs- und Eroberungszüge in unser Gebiet.
Im 10. Jahrhundert begann dann unter Führung von König Heinrich dem I. die Ostexpansion. Es entstanden Burgen und Klöster.
Ab dem 13. Jahrhundert erfolgte die deutsche Besiedlung des Elbsandsteingebirges. Es waren vor allem Menschen aus Thüringen und Franken, die sich hier niederließen.

Kupferstich eines unbekannten Künstlers der Burg Altrathen

 

Erste urkundliche Erwähnung von Raten 1261

In dieser Zeit begann auch die Geschichte unseres Ortes. Sie ist eng mit der Burg Altrathen verbunden. Diese wurde 1261 erstmals urkundlich erwähnt. Am 29.November 1261 beauftragte Papst Urban IV. den Probst zu St. Thomas in Leipzig, einen Streit zwischen dem Bischof von Meißen und Theodericus de Raten zu schlichten.
Die Burg Altrathen war eine Steinburg ( castrum ) auf dem Bergsporn zwischen Elbe und Wehlgrund.
Im Schutze der Burg enstanden die ersten Wohnhäuser. Eines der ältesten Rathener Häuser ist ein unmittelbar unterhalb der Burgmauer in halber Höhe gelegenes Fachwerkhaus.
Die Besitzer der Burg waren seit Mitte des 14.Jahrhunderts das alte Adelsgeschlecht der Herren von Michelsberg. Im Jahre 1406 kaufte Hinko der Ältere von Duba den Michelsbergern die Burg Altrathen ab. 1410 schenkte er diese seinem Sohn Benesch. Dieser nahm die Burg erst 1419 nach dem Tod des Vaters in Besitz.
Während dieser Zeit müssen die Wettiner mit den Berken von der Duba in einer Fehde gestanden haben. Denn bereits 1428 wurde als Besitzer Friedrich von Oelsnitz, Vogt auf dem Königstein genannt. Er soll Rathen für seine Verdienste während dieser Auseinandersetzung erhalten haben.
1438 eroberten die Berken von der Duba Rathen zurück. Bereits ein Jahr später ging die Burg schon wieder an die Wettiner verloren.
Seit 1459 ist die Schreibform "Rathen" üblich. Bis dahin war die alte Schreibweise "Raten" gebräuchlich.
Auf Friedrich von Oelsnitz folgt sein Sohn Hans. Hans von Oelsnitz schrieb das düsterste Kapitel in der Geschichte der Burg Altrathen, an derem Ende die nahezu vollständige Zerstörung der Burganlage stand. Er war ein skrubelloser Raubritter! Die auf der Elbe vorbeifahrenden Schiffe mussten hohe Zölle zahlen. Deshalb belagerten die beiden sächsischen Herzöge Ernst und Albrecht von 1467 bis 1469 die Burg Altrathen, nahmen sie schließlich ein und verbrannten sie. Sie muß ein mächtiges Bollwerk gewesen sein. Anders wäre es nicht zu erklären, weshalb die Belagerung zwei Jahre dauerte, ehe sie zum Erfolg führte.
In seiner Verzweiflung sprang einer der Besatzung, er hieß Balthasar Horla, von der brennenden Burg Richtung Elbe. Dabei blieb er schwer verletzt in einem Baum hängen und kam mit dem Leben davon. In Anerkennung der tollkühnen Tat wurde er von den Herzögen mit dem Stück Erde belohnt, auf dem der rettende Baum stand. Er erhielt es "zu rechtem erbgute". Es ist die Flur des einstigen Hotels Erbgericht. Nach dem Wiederaufbau 2010 heißt es "Elbiente".
In den Folgejahren verfiel die Burg gänzlich und war ab dem 16.Jahrhundert unbewohnbar.

Die Burg Altrathen in seiner heutigen Gestalt

Erst im 19. Jahrhundert wurden die Ruinen wieder ausgebaut. Nach einem Brand im Jahre 1902 erfolgte ein nochmaliger Umbau, bei dem das heutige Erscheinungsbild entstand. Dabei wurde der ursprüngliche Umriß etwas verdeckt. Seither erfolgte die Nutzung als Gaststätte, Ferienheim und Pension.
Das Elbtal bei Rathen war ursprünglich viel schmaler und schöner als heute. Seit dem Mittelalter veränderten Steinbrüche das Landschaftsbild. Sie hinterließen Narben an unseren Felsen.

Weißen Wände" zwischen Rathen und Wehlen

Typisch hierfür sind die sogenannten "Weißen Wände" zwischen Rathen und Wehlen. Die Steinbrüche waren aber maßgeblich an der Entwicklung unseres Ortes beteilgt. Sie brachten einem Teil der Rathener Einwohner mehrere Jahrhunderte Arbeit und Brot, aber auch schwere Unfälle und die schleichende Staublunge. Den Höhepunkt erreichte der Abbau des Sandsteins im 16. Jahrhundert. Die Baukunst des Barockzeitalters verstärkte die Nachfrage nach dem kostbaren Baumaterial. Man denke nur an die vielen Bauwerke in Dresden. Die nächste große Konjunktur kam mit den Gründerjahren am Ende des 19.Jahrhunderts. Der Engpaßcharakter des Elbtales wurde allmählich zerstört. Niemand kann sich mehr vorstellen, das einst bis 100m hohe Gipfel direkt am Wasser standen.
Der zunehmende Tourismus ließ sich nicht mehr mit dem Raubbau an der Natur vereinbaren. Deshalb begann man um 1910 mit der Stillegung des Steinbrüche im Elbtal. Die ehemaligen Steinbrecherhäuser wurden zu Bergsteigerhütten und Wochenendhäusern umfunktioniert.
Ein anderer großer Teil der Rathener Bevölkerung fuhr als Schiffer auf der Elbe. Der Schifferverein stellte eine Art Solidargemeinschaft dar. Die Familien unterstützten sich während des langen Winters.

Das Brauchtum der Schifferfastnacht stammt aus jenen Zeiten. Dieses Fest läutete die neue Schiffahrtssaison ein.
Einige wenige betrieben eine mühselige Landwirtschaft. Anfang des 19. Jahrhunderts war der Rathener Hopfen berühmt. Weiterhin spielte der Obsthandel eine gewisse Rolle.
Erst im letzten Jahrhundert entwickelte sich Rathen zu einem der bedeutendsten Ferienorte in der Sächsichen Schweiz. Heute bestimmt der Tourismus das Ortsbild. Das Wirtschafts- und Kulturleben wird zunehmend durch die wachsenden Besucherzahlen geprägt. Der Fremdenverkehr ist zum Haupterwerb der Rathener avanciert.
Bei der Erstellung dieser Internetseite wurden Informationen aus "Werte der Deutschen Heimat" Band I ,Akademie-Verlag Berlin 1957 genutzt.